Krankheitsbilder

Innere Unruhe und stressbedingte Erkrankungen

Herzrasen ohne erkennbaren Grund, Grübeln bis spät in die Nacht, ein permanentes Gefühl von Anspannung — innere Unruhe betrifft viele Menschen. Ich kombiniere westliche Phytotherapie mit Traditioneller Chinesischer Medizin, um die zugrunde liegende Dysbalance zu behandeln.

Frau sitzt nachts wach und erschöpft im Bett KI-generiertes Symbolbild

Herzrasen ohne erkennbaren Grund, Grübeln bis spät in die Nacht, ein permanentes Gefühl von Anspannung — innere Unruhe betrifft viele Menschen. Oftmals ist der innere Stress nicht der Grund für den Besuch bei mir, aber im Gespräch ist er allgegenwärtig und häufig Ursache anderer Probleme. Aus schulmedizinischer Sicht handelt es sich dabei meist um eine überaktivierte Stressreaktion: Das sympathische Nervensystem und die Hormonachse aus Hypothalamus, Hypophyse und Nebenniere schütten vermehrt Cortisol und Adrenalin aus. Kurzfristig ist das sinnvoll — der Körper wird leistungsbereit gemacht. Bleibt diese Aktivierung aber dauerhaft bestehen, weil Erholungsphasen fehlen, zeigen sich die Folgen: Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, Verspannungen, Reizbarkeit, Herz-Kreislauf-Beschwerden und langfristig ein erhöhtes Risiko für Erschöpfungszustände bis hin zum Burnout. Auch das Immunsystem leidet unter chronischem Stress spürbar.

Phytotherapie als Brücke

An diesem Punkt kann die Phytotherapie unterstützend ansetzen. Pflanzen wie Baldrian, Passionsblume, Lavendel oder Hopfen wirken beruhigend auf das Nervensystem, ohne die für synthetische Beruhigungsmittel typischen Abhängigkeitsrisiken. Für einige dieser Mittel, etwa Lavendelöl bei Angstzuständen, liegen inzwischen auch klinische Studien vor. Adaptogene Pflanzen wie Ashwagandha sollen zudem die Stressresistenz des Körpers verbessern. Die Phytotherapie greift sanft regulierend ein, bevor tiefer liegende Muster angegangen werden.

Der Blick der TCM

Diese tiefer liegenden Muster sind eine Domäne der Traditionellen Chinesischen Medizin. Innere Unruhe wird hier insbesondere eng mit zwei Organsystemen verknüpft: der Leber, die für den freien Fluss des Qi verantwortlich ist, und dem Herzen, das in der TCM den Shen — den Geist — beherbergt. Beispielsweise könnten anhaltender Stress oder unterdrückte Emotionen das Leber-Qi stauen, was sich in Anspannung, Reizbarkeit oder einem Gefühl innerer Enge äußert. Ist das Herz-Qi oder -Blut geschwächt, findet der Shen keine Verwurzelung mehr — die Folge sind Unruhe, Grübeln und ein unruhiger Schlaf.

In der Behandlung frage ich deshalb genau nach: Wie äußert sich Ihre Unruhe, wann tritt sie auf, wie ist Ihr Schlaf, wie reagieren Sie auf Stress? Anhand dessen wähle ich die passende Akupunktur-Strategie — mal beruhigend und Shen verwurzelnd, mal Qi bewegend und lösend — und kombiniere sie bei Bedarf mit phytotherapeutischer Unterstützung sowie Empfehlungen zu Alltag und Regulation. Ziel ist nicht, die Unruhe nur kurzfristig zu dämpfen, sondern die zugrunde liegende Dysbalance zu behandeln.

Wichtiger Hinweis zur Wirksamkeit

Die Akupunktur nach TCM ist von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für eine Reihe von Anwendungsgebieten anerkannt. Für einzelne Phytopharmaka wie Lavendelöl liegen klinische Studien vor. Für weitere hier beschriebene pflanzliche Mittel sowie die Einordnung nach TCM-Mustern liegen keine ausreichenden wissenschaftlich validen Wirksamkeitsnachweise vor. Alle Angaben zu Einsatzgebieten beruhen auf klinischer Erfahrung und Beobachtungen einzelner Therapeuten.

Jeannette Deja-Lausmann, Heilpraktikerin in Eitorf

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